Feminismus

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Feminismus – Kampf für Frauen

Ohne Feminist:innen würde die Welt, wie wir sie kennen, nicht existieren. Unter ihnen sind berühmte und starke Persönlichkeiten wie Alice Schwarzer, aber sie kommen auch im neuzeitlichen Format wie beispielsweise Shirin David. Sind wir eigentlich alle Feminist:innen und warum lohnt es sich für Gleichberechtigung zu kämpfen?

Zunächst einmal schließt Feminismus niemanden aus und ist vor allem auch nicht als Männerhass zu verstehen. Genau genommen ist Feminismus der „Oberbegriff für verschiedene Strömungen, die sich für die Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit aller Geschlechter, v. a. von Frauen, und gegen Sexismus einsetzen, z. B. durch das Anstreben einer grundlegenden Veränderung gesellschaftlicher Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur“ 1

Dementsprechend ist auch jede:r Feminist:in, der oder die sich für die obenstehenden Strömungen einsetzt und das sind eigentlich dann mehr Menschen als man meint. Trotzdem bezeichnen sich viele dieser Personen nicht als Feminist:in, weil dieser Begriff durch die Medien durchaus anders konnotiert ist. Das Klischee einer lauten, hasserfüllten, starken Frau mit Körperbehaarung ist, das was es ist: Ein Klischee. Innerhalb dieser Gruppe befindet sich solch eine Fülle von Personen, dass diese, wie bei jeder anderen Strömung auch, nicht alle in eine Schublade geworfen werden können. Natürlich gibt es innerhalb dieser Gruppe auch radikale und weniger radikale Akteure. Das kommt vor allem daher, dass Feminismus unglaublich viele Themen umfasst. Diese Entstellung sind aber nicht anhand der Körperbehaarung, des allgemeinen Aussehens oder der Lautstärke der Stimme festzumachen

Im Folgenden werde ich erst einmal auf die grundlegenden Themen des Feminismus eingehen, die in unserer Zeit immer noch problematisch sind.

Der Ursprung des Patriarchats 

Für alle, die sich bisher noch nicht so ausführlich mit dem Thema auseinander gesetzt haben, hier eine kurze Definition: „Das Patriarchat ist eine Gesellschaftsordnung, bei der der Mann eine bevorzugte Stellung in Staat und Familie innehat.2

„5000 Jahre Patriarchat lassen sich nicht so einfach abschaffen.“ 

Alice Schwarzer

Im fünften Jahrtausend v. Chr. war es üblich, dass der Mann legale, sozial und ökonomische Herrschaft über seine Frau verfügte. Die Frau hatte somit keine Selbstbestimmung über ihr Leben und ihre Zukunft. Entscheidungen wurden über ihren Kopf hinweg entschieden – Kurz: Sie hatte nichts zu sagen. Bereits im der Antike bleibt diese Lebensweise nicht unangefochten, jedoch besteht der Kampf gegen das Patriarchat bis heute. 3

Diese Unterdrückung äußert sich in verschiedenen Formen. Sei es Gewalt, Unterdrückung oder Objektivierung. Gerade, weil der Kampf für Gleichberechtigung schon so lange geht und noch nicht ausgefochten ist, ist es jetzt wichtig dranzubleiben und nicht aufzugeben.

Obwohl unsere Gesellschaft unter patriarchalischen Strukturen leidet, heißt das nicht automatisch, dass alle und nur Männer Teil des Problems sind. Frauen können frauenfeindlich sein und Männer Feministen. Das bedeutet jedoch auch nicht, dass man als Priviligierte:r in diesem System nicht auch Teil der Lösung sein kann: Als Feminist:in und jemand, der Strukturen und Klischees durchbricht.

Gewalt gegen Frauen

Patriarchale Gewalt erfahren Frauen heutzutage noch überall auf der Welt. In Form von Unterdrückungen und Gewalt in der Partnerschaft oder Ehe, am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit. So wurden 2019 in Deutschland insgesamt 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Knapp 115.000 Opfer waren weiblich. Nicht zu vergessen ist hier eine beachtliche Dunkelziffer, da solche Fälle nicht selten umgemeldet bleiben.4

Nicht zu vergessen sind hierbei auch Transpersonen, die 2020 einen Anstieg an transfeindlich Gewalttaten von 36 % erfahren mussten.5 Transpersonen gehören ebenfalls zu der Gruppe, für die Feminist:innen kämpfen. Es sollte nämlich keinen Unterschied machen, ob das biologische Geschlecht oder die Identität weiblich ist.

Gender Pay Gab

Neben der offensichtlichen Gewalt gegen Frauen, gibt es auch viele Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die erst auffallen, wenn Mann und Frau im direkten Vergleich stehen. Dass Männer nämlich im Durchschnitt deutlich mehr verdienen als Frauen ist bekannt, aber woher kommt das eigentlich?

Gender Pay Gab ist die geschlechtsspezifische Entlohnungslücke. Neben Gewalt und Sexismus, den viele Frauen im Alltag erfahren, werden sie auch im Durschschnitt schlechter bezahlt. In Deutschland waren es 2020 ganze 18 % Unterschied. Zwar unterscheiden sich die Geschlechter in ihren Erwerbs­bio­grafien und der Wahl von Be­rufs­fel­dern und dies führt häufig zu unter­schied­lichen Kar­rie­re­ver­läu­fen und Ver­dienst­un­ter­schie­den, aber das hat auch einen Ursprung.6

Immerhin sind die häufigsten Gründe für den Unterschied in der Erwerbsbiografie Erwerbsunterbrechungen und der Beschäftigungsumfang.7 Vereinfacht gesagt: Schwangerschaft, Elternzeit und Teilzeit als Mutter.

Karriere und Kinder – Mann kann, Frau nicht?

Frauen können im Gegensatz zu (Cis-)Männern, bei denen das Geschlecht und die Geschlechtsidentität dieselbe ist, Kinder bekommen und das wird ihnen zum Nachteil gemacht, obwohl eine höhere Geburtenrate dem demografischen Wandel entgegenwirken könnte. Dieser Wandel führt nämlich dazu, dass es immer mehr alte und weniger junge Menschen gibt, weil alte Menschen immer älter werden und die Geburtenrate sinkt.Das hat vor allem Auswirkungen auf die gesetzliche Altersvorsorge, die unter der Last des demografische Wandels zusammenzubrechen droht.

Eine Frau, die schwanger wird und sich entscheidet das Kind zu behalten, wird kaum vermeiden können, die Arbeit zu unterbrechen und nach der Geburt den Arbeitsumfang gegebenenfalls zu reduzieren. Innerhalb einer „klassischen“ Familie mag das vielleicht noch ohne Einschränkungen funktionieren. Einer der Partner:innen bleibt für das Kind Zuhause, der andere arbeitet Vollzeit. Gemeinsam ist der Gehaltsunterschied zu stämmen, wenn einer der Elternteile einen gut bezahlten und sicheren Job hab. Trotzdem bleiben Frauen häufig auf der Strecke. Karriere und Kinder sind – anders als bei Männern – kaum ohne finanzielle und karrieretechnische Verluste zu vereinbaren und dabei sollten Frauen ebenfalls ein Recht auf Selbstverwirklichung im Job und im Privaten haben.

Wichtig wäre es, Frauen die Möglichkeit zu geben, da einzusteigen, wo sie vor der Schwangerschaft und Elternzeit aufgehört haben. Auch weitere staatliche Unterstützungen und Arbeitsschutz wären Maßnahmen, die eine Schwangerschaft auch für die attraktiver macht, die nicht von der Karriereleiter fallen wollen. An dieser Stelle ist natürlich zu beachte, dass manchen Personen die Karriere wesentlich unwichtiger ist, als eine Familie zu gründen. Trotzdem sollte jeder die unvoreingenommen Entscheidung treffen können, das eine, das andere oder beides zu tun.

Außerdem müssen wir aufhören, den Frauen, die unter den derzeitigen Bedingungen beides unter einen Hut bekommen, ihre Kompetenz und ihren Erfolg abzusprechen. Oft werden Mütter, die sich für Kind und Karriere entscheiden besonders stark kritisiert: Entweder sind sie keine guten Mütter oder sie haben nicht genug Zeit, um ihren Job richtig und gut zu machen. Ich bin fest davon überzeugt, dass beides möglich ist, vor allem wenn wir Mütter mehr unterstützen und unsere Vorurteile aus dem Weg räumen. Annalena Bearbock, derzeitige Kanzlerkandidatin der Grüne, ist nicht die erste, an deren Kompetenz aufgrund ihres Mutterdaseins gezweifelt wird. Wir sollten anfangen den Müttern und Frauen die Anerkennung zu schenken, die sie verdienen. 

Quellen

  1. Definition Feminismus
  2. Definition Patriarchat
  3. Patriachat – damals und heute
  4. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen
  5. Gewalt gegen LGBTQ+
  6. Gender Pay Gap
  7. Gründe für Entgeltungsungleichheit
  8. Demografischer Wandel
  9. Annalena Baerbock Kritik

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