Umweltschutz

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Umweltschutz – Das Top-Thema

Nachhaltigkeit und Umwelt – Darüber kann man heutzutage gar nicht genug sprechen und an Klimazielen, CO2-Emissionen und Klimawandel kommt man dann auch nicht mehr vorbei. Und das aus gutem Grund. Nicht nur wird das Bewusstsein für die Schädlichkeit verschiedener Handlungen wie zum Beispiel Autofahren größer, sondern auch für die Dringlichkeit der Anpassungen unserer Gewohnheiten für eine sichere Zukunft. So langsam bekommt man das Gefühl, dass auch die letzten Leugner:innen den menschengemachten Klimawandel fürchten. Ist es wirklich schon zu spät, wie ist die Lage aktuell und wohin geht die Reise?

Treibhausgase

Zu den Treibhausgasen gehören “Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), und Lachgas (N2O) sowie die fluorierten Treibhausgase (F-Gase): wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), und Schwefelhexafluorid (SF6) Ab 2015 wird Stickstofftrifluorid (NF3) zusätzlich einbezogen.” 

Besonders oft hört man von CO2-Emissionen. Das kommt daher, dass Kohlenstoffdioxid ganze 88 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland ausmacht. Besonders schlimm ist das, weil das Gas auf natürlichem Wege nur sehr langsam abgebaut werden kann. So würde es mehrere hunderttausend Jahre brauchen das Gas komplett abzubauen.1

Glücklicherweise sinken die Treibhausgasemissionen. Seit 1990 sanken die Emissionen immerhin schon um 35,7 %. Das Ziel für 2030 ist diese Emissionen um weitere 55 % zu reduzieren. 2020 gab es einen ziemlichen Sprung nach unten bei den Treibhausgasen, allerdings wurde diese Reduktion scharf kritisiert, da sie zu großen Teilen auf die Einschränkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen sind und nicht auf eine besonders Klimapolitik.2

Andererseits zeigt so eine Reduktion im Verkehrsektor, welchen großen Erfolge wir mit solchen Einschränkungen machen. In so einem Zusammenhang hat sich nämlich immer die Frage gestellt, ob und wie das denn möglich sei und vor allem, ob es etwas bringt. Das coronabedingte Homeoffice hat in einigen Firmen dafür gesorgt, dass von nun an hauptsächlich von Zuhause gearbeitet wird. Zur Folge hat das nicht nur verkehrsfreiere Straßen sondern auch weniger Lärm- und Luftbelastung.

Alles gut verpackt

Einweggeschirr, To-go-Becher, Strohhalme, Watte- und Rührstäbchen. Das ganze soll ab dem 3. Juli 2021 nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte EU gelten.3 Noch erhält man bei vielen Fast-Food-Auslieferungen Styropor- und Plastikverpackungen. Ob die Umstellung reibungslos und unmittelbar funktioniert, wird sich zeigen.

Das große Problem mit dem Plastik ist, dass es sich nach der Benutzung nicht einfach in Luft auflöst. Seit den 1950er ist die Produktion von 1,5 auf heute fast 400 Millionen Tonnen jährlich gestiegen und zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen landen davon im Meer.4 Es kann dort zwar über einen langen Zeitraum langsam zersetzt werden, jedoch nicht vollständig und bei der Zersetzung können schädliche Inhaltsstoffe freigesetzt werden. Die immer kleiner werdenden Mikroplastikpartikel sind inzwischen in Form von Anreicherungen in Stränden und Sedimenten, jedoch auch in Fischen zu finden.5 Ob das eine Gefahr für den Mensch und Tier darstellt, ist noch unklar, aber nicht auszuschließen. 

Neben der noch nicht vollständig erforschten Gefahr durch Mikroplastik, stellt Makroplastik (größer als 5 mm) ein sehr sichtbares Problem für die Tierwelt dar. Meeressäuger verfangen sich in Netzen, Einkaufstüten und anderen verfänglichen Gegenständen. Einen besonders großen Anteil des Meeresplastiks machen nach neusten Studien mit 30 – 50 % nämlich die sogenannten “Geisternetze” aus. Das sind herrenlose Fischernetze, die 400 – 600 Jahre am Meeresgrund verrotten und eine große Gefahr für Fische, Robben, Wale, Meeresschildkröten und Tauchvögel darstellen. Über diesen Zeitraum hinweg fischen diese Netze einfach unendlich weiter und reißen viele Lebewesen, die das Ökosystem aufrecht erhalten, grundlos in den Tod. 6

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem sich der Kreis wieder schließt. Neben dem Fischfang trägt Plastikmüll dazu bei, die Meere der Erde und dessen Bewohner zu zerstören. Dabei schluckt das Meer als komplex funktionierendes Ökosystem ein Drittel der menschengemachten CO2-Emissionen und ist somit ein enormer Puffer, den wir nicht genug wahren und schützen.7

Das Ass im Ärmel – Die Lunge der Erde

Der Amazonas-Regenwald gilt als der Bigplayer unter den CO2-Schluckern, leider gilt das nicht mehr so ganz. Denn im vergangenen Jahrzehnt wurde aufgrund von Rodungen 20 % mehr CO2 emittiert als aufgenommen werden konnte.8 Das bedeutet wiederum, dass der Regenwald kein Puffer mehr ist für anderen Emissionen und es so schnell wie nur irgend möglich zum Stopp von Brand und Rodungen kommen muss. 

Nicht nur wegen der Klimabilanz ist der Regenwald so wichtig für die Zukunft unseres Planeten. Auch um die Artenvielfalt zu erhalten, müssen wir die tropischen Regenwälder schützen. Denn “Forscher schätzen, dass in den tropischen Regenwäldern über 90 % aller terrestrischen Arten beheimatet sind. Und das, obwohl die Regenwälder nur etwa 7 % der Landmasse der Erde einnehmen.” 9

“Ohne das Zusammenspiel der Arten gäbe es kein Leben auf diesem Planeten. Es braucht Pflanzen und Pilze, die aus unbelebter Materie Biomasse erzeugen können. Es braucht Tiere, die sich davon ernähren und andere Tiere, die sich von Tieren ernähren. Und es braucht Lebewesen, die tote Lebewesen wieder ersetzen und darauf wieder neues Leben ermöglichen.”

Verein Pro Natura

Wenn es um die Rodung von den Regenwäldern geht, dann kann man häufig auch einen direkten Bogen zu Landwirtschaft und Futteranbau schlagen. Viele Wälder werden nämlich für den Anbau von Futtermitteln für sogenannte Nutztiere verwendet und nicht direkt für Nahrungsmittel des Menschen. So werden drei Viertel des weltweit angebauten Sofas für Tiernahrung verwendet und aus der ganzen Welt nach beispielsweise Deutschland für die Viehzucht importiert. 10 Aus Soja lassen sich viele Lebensmittel für Menschen herstellen und die Flächen werden so nicht nachhaltig genutzt. Denn zu den Flächen für die Futtermittel kommen dann ja noch die Flächen für das Vieh und die Verarbeitung dazu. Während man bei der direkten Nutzung von Soja den Umweg minimiert.

Auch wenn nicht alle Flächen die richtigen Nährstoffe im Boden bieten, um Nahrungsmittel für Menschen herzustellen, ist die Herstellung von Futtermitteln für sogenannte Nutztiere auf lange Sicht keine Nachhaltige Lösung. Vor allem nicht, um mit möglichst wenig Fläche, möglichst viele Menschen zu ernähren. Auch Pflanzen, die keinen direkten Nutzen für uns haben, können uns bei der Klimabilanz helfen und dem Tierreich ein Stück der Welt zurückgeben, um uns zu schützen. Dabei ist wichtig, dass es sich nicht um Monokulturen handelt, sondern biodiverse Mischkulturen wie es in der Natur üblich ist. 

Quellen

  1. Treibhausgase
  2. Der Pandemie-Effekt
  3. Einwegplastikverbot
  4. Plastik im Meer
  5. Abbau von Plastik
  6. Geisternetze
  7. Ozean als CO2-Puffer
  8. Regenwaldbilanz
  9. Artenvielfalt
  10. Soja als Futtermittel

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