Toxische Männlichkeit

Männer haben genauso wie Frauen ebenfalls spürbare Nachteile, solange es keine Gleichberechtigung der Geschlechter gibt und diese Nachteile finden sehr present in unserem Alltag statt. Natürlich sind diese Nachteile schwierig mit denen von Frauen zu vergleichen, weil sie sich auf sehr unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Hier greift jedoch auch der Feminismus: Dass Männer stark sein *müssen*, nicht weinen *dürfen* und Versorger sein *sollen*, sind alles Folgen einer Gesellschaft, die nicht gleichberechtigt ist.

Was ist überhaupt toxische Männlichkeit?

„Der Begriff bezeichnet ein Verhalten bzw. Selbstbild, das auf einem traditionellen, stereotypen und patriarchalen Männerbild basiert. Die Bezeichnung „toxische Männlichkeit“ meint nicht, dass alle Männer generell toxisch sind. Sie bezieht sich auf übersteigerte und für die ganze Gesellschaft schädliche Verhaltensweisen und Einstellungen“1 Dazu gehört zum Beispiel, dass gewisse Gefühle unterdrückt werden, Gewalt als problemlösendes Mittel genutzt wird und die Abwehr von vermeidlich „weiblichen“ Eigenschaften. All dies sind Dinge, die das alltägliche Leben, Beziehungen, Freundschaften und auch das eigene Selbstwertgefühl massiv beeinflussen können. Das könnte auch einer der Gründe sein, weshalb die Selbstmordrate bei Männern in Deutschland durchschnittlich höher ist und 2019 sogar bei 76 % lag.2

Männlichkeit per se ist jedoch nichts schlechtes. Es bleibt schließlich nur die Frage, was ist Männlichkeit eigentlich und wie viel hat es mit dem Mann-Sein zu tun. Jedoch selbst die stereotype Männlichkeit ist auch nicht immer gefährlich, genauso ist es mit der Weiblichkeit. Das Problem bei einem klischeehaften Verhalten ist jedoch, dass man das Klischee fördert und es fast automatisch zu allgemeingültigen Ansprüchen mutiert und dann schon wieder sehr viele Männer ausschließt, die nicht dieser Form von Männlichkeit entsprechen.

Wikipedia definiert Männlichkeit als „die Summe der Eigenschaften, die für den Mann als charakteristisch gilt“3 Der Begriff ist so breit gefasst und variabel, dass es schon fast unvorstellbar erscheint, dass ein Mann nicht männlich sein könnte. Natürlich ist der Begriff kulturell und traditionell geprägt, doch in einer Zeit, in der die Geschlechterrollen und Identitäten der Menschen so sehr aufgebrochen werden, sollten wir nicht mehr an einer Männlichkeit festhalten, die dafür sorgt, dass Jungen und Männer nicht so sein sollen, wie sie es gerne wären.

Das Problem bei der Wurzel packen

Dass erzogene und vorgelebte Verhaltensweisen aus einer Gesellschaft einfach so verschwinden, ist eher unwahrscheinlich. Doch wie bei vielen anderen Themen liegt die Hoffnung bei der jungen und den kommenden Generationen. So sollte es das Ziel aller Eltern sein, dass sich ihre Kinder frei von Geschlechterstereotypen entwickeln können. Besonders wichtig ist es, diese Unabhängigkeit vorzuleben und dazu gehört eben auch, sich unabhängig vom Geschlecht über Diskriminierung, Sexismus und eben auch Feminismus zu informieren, um das eigene Rollen- und Geschlechterbild reflektieren zu können.4

Quellen

  1. https://100mensch.de/lexikon/toxic_masc/
  2. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Männlichkeit
  4. https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/toxische-maennlichkeit-maenner-das-gefaehrliche-geschlecht

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