Zur richtigen Zeit, vom richtigen Ort

Ernährung hat sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun, denn im Ernährungssektor wird viel Wasser benötigt, transportiert und es viele Herstellungsarten nehmen sehr viel Landmasse ein. Bei einer stetig steigenden Bevölkerung sind nicht nur immer mehr Mäuler zu stopfen, auch die Umwelt erfährt eine stärkere Belastung. Immer wieder hört man, dass eine regionale, saisonale und fleischreduzierte Ernährung einen großen Unterschied für die Umwelt machen kann. In wie weit ist das jedoch im Alltag umsetzbar?

Inhalt

Regionalität

Zunächst zur Regionalität: Warum sollte unser Essen aus der Gegend kommen und wie erkennt man regionale Lebensmittel? Im Großen und Ganzen gilt erstmal: Je näher desto besser. Denn so werden endlos lange Transportwege und den damit verbundenen CO2-Ausstoß größten Teils vermieden. Bei unverarbeiteten Lebensmitteln findet man oft das Herkunftsland auf der Verpackung. Leider gibt es keine vorgeschriebenen Kennzeichnungen, wenn es um den Ort des Anbaus, den Transportweg oder die Verpackungsstätte geht. Einige wenige Produkte haben geschützte Ursprungsbezeichnungen oder entsprechende Label. „Regional“ ist jedoch nicht klar definiert. Es kann einen Umkreis von 50 km, aber auch 200 km einschließen – alles in allem nicht besonders verbraucherfreundlich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, muss wahrscheinlich auf regionalen Märkten oder bei Bauern die Herkunft erfragen und dort kaufen. Das geht zumindest bei Obst und Gemüse recht gut. Den Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren ist nicht nur gesünder, sondern sorgt auch dafür, dass man weniger Lebensmittel kauft, bei denen die Produktion mit einem hohen CO2-Ausstoß verbunden ist.

Saisonaliät

Ähnlich wie mit den Transportwegen ist es bei beheizten Treibhäusern. Kauft man Lebensmittel, die als sogenanntes Freilandgemüse angebaut werden, spart das massig Treibhausgasausstoß. Außerdem finden sich an heimischen, saisonalem Gemüse durchaus weniger Pflanzenschutzmittelrückstände. Ein Blick auf den inzwischen sehr beliebten Saisonkalender verrät einem viel über saisonales Obst und Gemüse. Das bedeutet nicht, dass man sich zu 100 % an einen solchen Kalender halten muss, jedoch hilft es einem dabei einen Überblick über die aktuelle Saison zu bekommen und beispielsweise Erdbeeren im Winter und Walnüsse im Sommer zu meiden.

Leider kann man sich nicht immer sicher sein, ob das Saisongemüse wirklich auch nicht in Treibhäusern angebaut wurde. Genauso wie bei der Regionalität, lohnt sich hier ein Besuch auf dem Markt oder bei einem Bauern aus der Region.

Plantura’s saisonkalender

Es folgt ein Auszug aus dem Saionkalender des Plantura Magazins für Obst, Gemüse und Salat..3

MonateObstGemüseSalat
JanuarChampignons, Wirsing, Grünkohl, Rosenkohl, Pastinaken, Porree, SteckrübenChicorée, Feldsalat
FebruarWirsing, Grünkohl, Rosenkohl, Pastinaken, Porree, ChampignonsChicorée, Feldsalat
MärzPastinaken, Porree, Champignons, SpinatChicorée
AprilPorree, Champignons, Spinat, Rhabarber
MaiChampignons, Spinat, Spargel, Radieschen, Kohlrabi, Mangold, RhabarberLollo Rosso, Löwenzahn
JuniErdbeeren, Heidelbeeren, SauerkirschenChampignons, Spargel, Radieschen, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Spitzkohl, Mangold, Erbsen, Dicke Bohnen, Kartoffeln, Karotten, Rettich, Zucchini, RhabarberBatavia, Eichblatt, Eisbergsalat, Kopfsalat, Lollo Rosso, Löwenzahn
JuliAprikosen, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Mirabellen, Süßkirschen, Stachelbeeren, SauerkirschenBlumenkohl, Stangenbohnen, Brokkoli, Champignons, Chinakohl, Dicke Bohnen, Einlegegurken, Erbsen, Kartoffeln, Kohlrabi, Mangold, Karotten, Porree, Radieschen, Rettich, Rotkohl, Salatgurken, Weißkohl, Spitzkohl, Wirsing, Zucchini, ZwiebelnBativa, Eichblatt, Eisberg, Kopfsalat, Lollo Rosso, Löwenzahn, Radicchio
AugustÄpfel, Aprikosen, Birnen, Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Mirabellen, Pfirsiche, Pflaumen, Preiselbeeren, Süßkirschen, Stachelbeeren, Sauerkirschen, WassermeloneBlumenkohl, Stangenbohnen, Brokkoli, Champignons, Chinakohl, Dicke Bohnen, Einlegegurken, Erbsen, Fenchel, Kartoffeln, Kohlrabi, Mangold, Karotten, Paprika, Pastinaken, Porree, Radieschen, Rettich, Rotkohl, Salatgurken, Staudensellerie, Tomaten, Weißkohl, Spitzkohl, Wirsing, Zuckermais, Zucchini, ZwiebelnBativa, Eichblatt, Eisberg, Kopfsalat, Lollo Rosso, Löwenzahn, Radicchio
SeptemberÄpfel, Birnen, Brombeeren, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Preiselbeeren, Wassermelone, WeintraubeBlumenkohl, Stangenbohnen, Brokkoli, Champignons, Chinakohl, Einlegegurken, Fenchel, Kartoffeln, Kohlrabi, Kürbis, Mangold, Meerrettich, Karotten, Paprika, Pastinaken, Porree, Radieschen, Rettich, Rote Beete, Rotkohl, Salatgurken, Sellerieknolle, Spinat, Staudensellerie, Steckrübe, Tomaten, Weißkohl, Spitzkohl, Wirsing, Zuckermais, Zucchini, ZwiebelnBativa, Eichblatt, Eisberg, Kopfsalat, Lollo Rosso, Löwenzahn, Radicchio
OktoberÄpfel, Birnen, Haselnüsse, Holunderbeeren, Maronen, Weintrauben, WalnüsseBlumenkohl, Stangenbohnen, Brokkoli, Champignons, Chinakohl, Fenchel, Kartoffeln, Kohlrabi, Kürbis, Meerrettich, Karotten, Paprika, Pastinaken, Porree, Radieschen, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerieknolle, Spinat, Staudensellerie, Steckrübe, Tomaten, Weißkohl, Spitzkohl, Wirsing, Zuckermais, Zucchini, ZwiebelnChicorée, Eisberg, Lollo Rosso, Radicchio
NovemberBirnenBlumenkohl, Champignons, Chinakohl, Fenchel, Grünkohl, Kürbis, Meerrettich, Pastinaken, Porree, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerieknolle, Steckrübe, Weißkohl, Spitzkohl, WirsingChicorée, Feldsalat
DezemberChampignons, Grünkohl, Pastinaken, Rosenkohl, Steckrübe, WirsingChicorée, Feldsalat

Heimische Felder von Futtermittel Belegt

Das Problem bei Fleisch ist, dass es noch schwieriger ist, den gesamten Transportweg zu überblicken. Denn neben dem Weg, den das Fleisch von der Schlachtung zum Supermarkt oder Metzger zurücklegt, muss man auch beachten, dass die Tiere auch etwas zu fressen benötigen und diese Futtermittel nehmen 60 % der heimischen Nutzflächen ein. Trotzdem werden 10 % der Futtermittel noch zusätzlich nach Deutschland importiert – vor allem Soja. 2020 wurden 3,9 Millionen Tonnen nach Deutschland importiert. Wenn also die Rede davon ist, dass aufgrund der Nachfrage durch Veganer:innen der Sojaimport steigt, sollte beachten, dass dieser Bedarf im Vergleich zu den Futtermitteln verschwindend gering ist. Zumal Soja durchaus in Deutschland angebaut werden kann, jedoch reicht die Fläche nicht, um die gesamte Massentierhaltung zu stützen. Heimische Eiweißpflanzen wurden zu großen Teilen verdrängt, wobei auch diese wieder vermehrte Verwendung in veganen Ersatzprodukten finden. Dazu gehören beispielsweise Erbsen, Lupinen und andere Ackerbohnen.4

QUellen

  1. Regionalität
  2. Saisonalität
  3. Saisonkalender von Plantura
  4. Futtermittelanbau in Deutschland

1 Kommentar zu „Zur richtigen Zeit, vom richtigen Ort“

  1. Pingback: Das sollten alle (Veganer:innen) mal probieren – FACTIVISTIC

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